Termine
Hinweise auf Termine und Veranstaltungen, die sich mit den Thema (Anti-)repression beschäftigen. Wir nehmen auch Veranstaltungen auf, die nicht von der Roten Hilfe organisiert sind. Die Veranstaltungen der Roten Hilfe sind als solche kenntlich gemacht.Zwang zu Arbeit und Anpassung
Bestandsaufnahme im Jahre 5 nach Einführung von Hartz IV
Vortrag und Diskussion mit zwei Mitgliedern der autonomen Erwerbslosenberatung Kiel
Eine der vielen anti-sozialen Maßnahmen der unrühmlichen letzten rot-grünen Regierung unter Schröder und Fischer war die Einführung des Alg II, nach seinem "Erfinder" auch Hartz IV genannt. Vier Jahre danach stapeln sich Hunderttausende Prozessakten auf den Tischen von Verwaltungs- und Sozialgerichten. Neben der berüchtigten Unübersichtlichkeit verschiedenster Durchführungsverordnungen und für normale Leute fast nicht durchschaubare Berechnungsgrundlagen, die selbst bei den ausführenden Personen der Jobcenter für massenhafte Fehler gesorgt haben, sind die Berge von Sanktionen, denen sich alle ausgesetzt sehen, die nach einem Jahr Arbeitslosigkeit es blöderweise nicht geschafft haben, sich wieder in Brot und Arbeit zu bringen, die Hauptgründe für die Klagewut der "Sozialschmarotzer", wie sie nicht nur von höchster Regierungsstelle genannt wurden.
Das Gesetz selbst, so schlimm es sowieso ist, wird massenhaft und offensichtlich bewusst und geplant von staatlicher Seite nicht eingehalten. Leistungen werden verweigert. Mietobergrenzen sind auf dem Stand von 1999 oder älter. In ganzen öffentlichen Sparten (Grünflächen, Schulen, Kitas, usw.) werden Arbeitsplätze durch 1-Euro-Jobs ersetzt. Unabhängige Arbeitslosenberatung wird nicht mehr gefördert. Klassenfahrten werden nicht oder nur nach Klage finanziert. Jugendliche, die nicht "spuren", werden teilweise sofort um 100 Prozent gekürzt. Die Liste der Skandale ist schier endlos.
Neben der Disziplinierung derer, die noch einen Job haben, führt dieses Gesetz und die absichtlichen Fehler, die bei seiner Ausführung gemacht werden, dazu, dass die Abhängigkeit der AlgII-EmpfängerInnen ins Maßlose gesteigert wird und das überwältigende Gefühl die Ohnmacht ist. Es bedeutet auch, dass es fast zu einem Vollzeitjob geworden ist, nur die gesetzlich vorgesehenen Bezüge in voller Höhe zu erhalten.
Hartz IV muss weg!
In Cooperation mit: FAU Hannover, Gewerkschaftsforum Hannover, Indiego Glocksee
So., 7. August 2009, Indiego Glocksee (Glockseestr. 35) um 19 Uhr
EU-Terrorliste - Bann auf europäisch oder Existenzvernichtung durch Willkür
Eine der brisantesten und willkürlichsten nach dem 11. September 2001 unter Berufung auf die Terrorismusbekämpfung erlassenen Maßnahmen auf Europäischer Ebene war die Einrichtung der sog. EU-Terrorliste.
Die Liste wird durch ein geheimes Gremium des Ministerrats erstellt und beruht meist nicht auf Beweisen sondern auf mehr als dubiosen Geheimdienstinformationen.
Trotz der drastischen Folgen unterliegt das Zustandekommen, die Zusammensetzung und die Veränderung der Terrorliste keiner demokratischen Kontrolle. Rechtliches Gehör und Rechtsschutz für die Betroffenen ist nicht vorgesehen.
Wer einmal auf der Liste steht, hat kaum mehr eine Chance auf ein normales Leben. Er oder sie ist quasi vogelfrei, wird politisch geächtet, wirtschaftlich ruiniert und sozial isoliert. Das gesamte Vermögen wird eingefroren, alle Konten und Kreditkarten werden gesperrt, Barmittel beschlagnahmt, Arbeits- und Geschäftsverträge faktisch aufhoben; weder Arbeitsentgelt noch staatliche Sozialleistungen dürfen noch ausbezahlt werden; hinzu kommen Passentzug und Ausreisesperre sowie Überwachungs- und Fahndungsmaßnahmen. Es ist verboten in irgendeiner Weise mit gelisteten Personen oder Organisationen Rechtsgeschäfte abzuschließen oder ihnen irgendwelche vermögenswerte Leistungen zukommen zu lassen. Zu den Fernwirkungen zählen die Verweigerung von Einbürgerungen und Asylanerkennungen sowie der Widerruf des Asylstatus von Mitgliedern oder Anhängern gelisteter Gruppen.
Rechtsanwältin Britta Eder wird über die die Funktionsweise, den Aufbau und die Folgen der Terrorliste, erste juristische Erfolge vor dem Europäischen Gerichtshof sowie ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Außenwirtschaftsgesetz berichten, in dem sie derzeit verteidigt. Thema soll ebenso sein, welche Auswirkungen diese Terrorliste ggf. auch auf politische Arbeit haben könnte.
Fr., 14. August 2009, Sturmglocke (Klaus-Müller-Kilian-Weg 1) um 19 Uhr
10 Jahre Rote Hilfe Hannover
Die Ortsgruppe Hannover der Roten Hilfe feiert ihr 10jähriges Bestehen und alle sind eingeladen!
Das Fest soll am Nachmittag um ca. 17.00 Uhr beginnen. Um ca. 18.00 Uhr wird das Buffett eröffnet. Ab ca. 20.00 Uhr wird es live-Musik geben von der Gruppe ewo2.
Wir wünschen allen Mitgliedern der Roten Hilfe und allen anderen ein großartiges Fest.
Das Kleine Elektronische Weltorchester (ewo2)
Viele Gewerkschafter und Gewerkschafterinnen kennen den Liedermacher Bernd Köhler noch unter seinem Spitznamen "Schlauch" und erinnern sich vielleicht an das Stück "Nazis raus aus unserer Stadt" aus den 1970ern.. Einer, der mit ihm schon seit über 20 Jahren tourt und musiziert, ist Hans Reffert, Gitarrist der deutschen Rock-Legende "Guru Guru". Dazu kommt Christiane Schmied und zusammen bilden sie das "Kleine Elektronische Weltorchester (ewo2)".
ewo2 sind für den Fortschritt, den man auch hören kann. Sie bedienen sich digitaler und elektronischer Mittel und sind dabei ebenso kämpferisch wie experimentierfreudig. Das kleine elektronische Weltorchester ist ein musikalisch-politisches Projekt ohne parteispezifische Zuordnung, das seit rund 10 Jahren die linken Bewegungen und künstlerischen Randbereiche in dieser Republik unterstützt und mit gestaltet.
Aktuell ist ewo unterwegs mit "avanti popolo", neu bearbeiteten Widerstandsliedern aus unterschiedlichen Ländern und Epochen. Wie der Titel schon sagt: Klassiker der Linken werden gespielt. Es zeigt sich, sie können gespielt werden, ohne daß die Leute für dumm verkauft werden. Auf der Platte "avanti popolo" gibt es keinen Kitsch, keine Überwältigungsästhetik und keine Oldies-but-Goldies-Lügen. Ewo2 können sogar "Die Internationale" bringen, daß man ganz gespannt ist. "Free Mumia" dann mit Schmackes, Big Beat und Call and Response und "Linker Marsch" eher ironisch, aber nicht denunziatorisch. Gespielt wird "für die Sache der Linken", um den "roten Stern zum tanzen bringen".
In Cooperation mit dem UJZ Korn um Jump Up.
Sa., 29. August 2009, UJZ Korn (Kornstr. 28/30) ab 17 Uhr
Es sind MEINE DATEN
Identitätsdiebstahl, Direct-Marketing, Scoring, Onlinedurchsuchungen, Viren... viele Menschen sind verunsichert, an welchen Stellen sie bewusst und unbewusst ihre Daten weitergeben und was im Anschluss mit ihnen passiert. Und in der Tat geben wir tagtäglich Unmengen von Daten preis, die tausendfach kopiert, verteilt, analysiert, manipuliert und verkauft werden.
Datenschutz wird immer wichtiger. Es geht nicht um störende Werbung im Briefkasten oder auf Websites – es geht um die Zukunft, Manipulierbarkeit und eine neue Form der Zweiklassengesellschaft. Datenschutz ist die Voraussetzung für eine lebendige und funktionierende Demokratie.
praemandatum
Die Darstellung der aktuellen Datenschutzsituation wird mithilfe eines Notebooks, eines Beamers und etwas Kaffee von Peter Leppelt und Wulf Bolte durchgeführt.
Die Präsentation ist aber kein reiner Vortrag - Fragen, Diskussionen und Anmerkungen bereits während der Einführung sind gerne willkommen!
Do., 3. September 2009, Volkshochschule Hannover (Am Taubenfelde 4) ab 19 Uhr
danach jeden ersten Donnerstag im Monat ab 19 Uhr.
Staatliche Verfolgung aufgrund von Geschlecht und Sexualität
Homosexualität (k)ein Asylgrund in Deutschland
Film und Diskussion mit Shadi Amin, Iranerin, z.Zt. Frankfurt
Homosexuelle werden in vielen Ländern politisch verfolgt oder aufgrund gesellschaftlicher und religiöser Vorurteile diskriminiert. Im Iran wird die Existenz von Homosexualität und vor allem Lesbischer Existenz völlig bestritten. Lesben und Schwule müssen sich einer Operation zur Geschlechtsumwandlung unterziehen, bei der es sich keinesfalls um eine medizinische Hilfe für Transsexuelle handelt, sondern um eine Zwangsmaßnahme zur „Lösung des Problems Homosexualität“.
In Deutschland wird Homosexualität nur unter engen Voraussetzungen als asylrechtlich relevant eingestuft. So müssen Asylsuchende in der Regel eine „irreversible Veranlagung“ nachweisen. Außerdem müssen sie glaubhaft machen, dass die Verfolgung von staatlichen Stellen ausgeht oder Polizei und Behörden im Einzelfall davon Kenntnis haben. Dies stellt für Flüchtlinge oft eine unüberwindbare Hürde im Asylverfahren dar.
Shadi Amin musste im Iran als Sympathisantin einer linken Organisation nach mehreren Festnahmen durch die Pasdaran in die Illegalität gehen. Nach einem Hinweis an ihre Familie, dass die Pasdaran einen Schießbefehl gegen sie hatten, was ein regelrecht ausgesprochenes Todesurteil war, konnte sie aus dem Iran fliehen. Im Exil begann sie sich intensiv mit der Situation der Frauen in der iranischen Gesellschaft zu befassen. z. Zt. leitet sie ein Online-Magazin namens shabakeh.org (Netzwerk), das - in Deutsch, English und Farsi - Infos und Artikel über und von Frauen veröffentlicht. Sie arbeitet zu verschiedenen Themen wie Frauenrechte im Islam, Homosexualität und die Zwangheterosexualität, Organisierung der Frauenbewegung usw.
Der Film, der die Veranstaltung begleitet, heißt "Geburtstag" und behandelt Transsexualität und Operationen zur Geschlechtsumwandlung im Iran.
In Cooperation mit: Schwule Sau und Hamayesh.
Fr., 4. September 2009, Schwule Sau (Schaufelder Str. 30a) um 20 Uhr
Offenes Treffen der Roten Hilfe
Rechtsinfos und mehr
So., 6. September 2009, UJZ Korn (Kornstr. 28/30) um 16 Uhr
Kameraüberwachung in Hannover
Vortrag vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung Hannover
An ganz konkreten und praktischen Beispielen möchten wir aufzeigen, wo und wie in Hannover von Polizei, Industrie, Geschäften und Privat Videoüberwachung betrieben wird - gesetzliche Grundlagen und soziologische Bedenken sollen aufgezeigt und diskutiert werden.
Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung entstand aus einer Bürgerbewegung gegen das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung. An der gemeinsam betriebenen Verfassungsbeschwerde haben sich mehr als 34.000 BürgerInnen beteiligt!
Mehr zur Videoüberwachung in Hannover.
In Cooperation mit: Pavillon, Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung Hannover und attac Hannover.
Do., 17. September 2009, Pavillon Hannover (Lister Meile 4) um 19 Uhr
Tagung der ehemaligen politischen Gefangenen im Iran
Weitere Informationen unter www.dialogt.org
Anmeldung unter
tondardialog [-at-] web.de.
Fr., 18. bis So., 20. September 2009, Kulturzentrum FAUST e.V. (Zur Bettfedernfabrik 3) ab 14 Uhr.
Die biometrische Totalerfassung
Vortrag von Erika Feyerabend
Seit dem 11. September 2001 sind weltweit biometrische Vermessungen von AsylbewerberInnen und ganzen Bevölkerungen durchsetzbar. Hierzulande gibt es Reisepässe und bald auch den Personalausweis mit computerlesbaren Fotos und zum Teil Fingerabdrücken. Jenseits der Inneren Sicherheitszone werden ArbeitnehmerInnen oder Arme in Sozialbürokratien weltweit überwacht. Selbst im Freizeit-Zoo kann um den Fingerabdruck gebeten werden. Die biometrische Vermessung ist eine politische Technologie des Sehens, Benennens und Erkennens, mit einer wechselvollen Geschichte. Im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert wurden Kolonisierten, ImigrantInnen, WanderarbeiterInnen, Prostituierten identifiziert und kontrolliert, statistisch abweichende Verhalten ermittelt und biologisch gedeutet. Welche „AbweichlerInnen“ sind heute im Fokus?
Erika Feyerabend arbeitet als Journalistin, ist Sozialwissenschaftlerin, beschäftigt sich seit zwanzig Jahren mit biopolitischen Themen/Herrschaftsverhältnissen, u.a. im BioSkop-Forum zur Beboachtung der Biowissenschaften.
In Cooperation mit: Pavillon, attac Hannover und Infoladen Korn.
Di., 22. September 2009, Pavillon Hannover (Lister Meile 4) um 19.30 Uhr
Das KPD-Verbot
Was haben die Sozialistengesetze, Nelson Mandela, das KPD-Verbot und das Wirken der Roten Hilfe miteinander zu tun? – Historische und aktuelle Anmerkungen zur langen Geschichte der internationalen und der deutschen Linken.
Mit Dr. Manfred Sohn, Die Linke
Menschen, die die Verhältnisse grundlegend ändern wollen, werden von den jeweils Herrschenden in der Regel gesellschaftlich ausgegrenzt und bekämpft. Sie waren daher zu allen Zeiten gezwungen, selbst Solidarität untereinander zu organisieren. Der 20minütige Einstieg in die Diskussion soll dazu dienen, einige historische Grundlinien dieser praktischen Solidarität nachzuzeichnen, um daraus Hinweise für unsere konkrete „rote Hilfe“ heute zu gewinnen.
Dr. Manfred Sohn (Jg. 55) ist in der Schülerbewegung politisiert worden. Neben Anti-AKW-Bewegung, Hausbesetzerbewegung, Friedensbewegung und Gewerkschaftsarbeit hat er sich parteipolitisch bei der FDP, den Jusos, der DKP und jetzt der Partei DIE LINKE engagiert, als deren Fraktionsvorsitzender im Niedersächsischen Landtag er zur Zeit arbeitet.
In Cooperation mit: Rosa Luxemburg Stiftung Niedersachsen e.V., Linksjugend ['solid] Hannover und VVN/BdA Hannover.
Di., 29. September 2009, FZH Linden (Lister Meile 4) um 19 Uhr
Offenes Treffen der Roten Hilfe
Rechtsinfos und mehr
So., 4. Oktober 2009, UJZ Korn (Kornstr. 28/30) um 16 Uhr
Offenes Treffen der Roten Hilfe
Rechtsinfos und mehr
So., 1. November 2009, UJZ Korn (Kornstr. 28/30) um 16 Uhr
Offenes Treffen der Roten Hilfe
Rechtsinfos und mehr
So., 6. Dezember 2009, UJZ Korn (Kornstr. 28/30) um 16 Uhr







Viele Gewerkschafter und Gewerkschafterinnen kennen den Liedermacher Bernd Köhler noch unter seinem Spitznamen "Schlauch" und erinnern sich vielleicht an das Stück "Nazis raus aus unserer Stadt" aus den 1970ern.. Einer, der mit ihm schon seit über 20 Jahren tourt und musiziert, ist Hans Reffert, Gitarrist der deutschen Rock-Legende "Guru Guru". Dazu kommt Christiane Schmied und zusammen bilden sie das "Kleine Elektronische Weltorchester (ewo2)".